Warum wir uns auf einer wackeligen Hängebrücke leichter verlieben

Was war zuerst da: Herzklopfen oder das Gefühl, verliebt zu sein?

Eine Annahme des NLP besagt, dass sich Ursache und Wirkung nicht immer eindeutig definieren lassen, bzw. dass man sie sogar vertauschen kann. Bas Kast beschreibt in seinem Bestseller „Die Liebe und wie sich Leidenschaft erklärt“ interessante wissenschaftliche Experimente, die diese These untermauern:

Eine attraktive junge Frau führt in einem Park Befragungen zum Thema „Kreativität“ durch. Einmal steht sie dabei auf einer harmlosen Holzbrücke, ein andermal auf einer hohen, wackeligen Hängebrücke. Den befragten Männern gibt sie im Anschluss einen Zettel mit ihrer Telefonnummer mit …

Das Ergebnis ist überraschend: Die Hälfte der Männer, die auf der Hängebrücke befragt werden, ruft sie später an. Von den Männern, die auf der Holzbrücke interviewt werden, sind es nur zwei von sechzehn.

Als das Ergebnis mit einem Mann wiederholt wird, der seine Geschlechtsgenossen interviewt, klingelt das Telefon so gut wie gar nicht.

Und was ist die Erklärung dazu?

Das Betreten einer wackeligen Holzbrücke ist in unserem Gehirn abgespeichert unter „Achtung – Gefahr!“ Die Männer auf der Holzbrücke schütten vermehrt Adrenalin aus, sie sind aufgeregt und haben vielleicht vegetative Symptome wie Herzklopfen, feuchte Hände, zitternde Knie usw.

Wenn dann nach der Ursache der Aufregung gesucht wird, kann es leicht zu Verwirrung kommen: Unbewusst wird nämlich oft die attraktive Frau damit in Verbindung gebracht – dass die Knie zittern oder ein Kribbeln im Magen spürbar ist, wird vom Gehirn uminterpretiert – aus der Aufregung wird Erregung!

Versuche mit ähnlichem Ergebnis wurden auch mit Männern durchgeführt, denen nach sportlicher Betätigung auf dem Laufband Fotos von attraktiven und nicht so attraktiven Frauen vorgelegt wurden. Die bewegten Männer bewerteten die gutaussehenden als noch begehrenswerter, die unattraktiven als noch weniger attraktiv im Vergleich zu einer Gruppe Männer, die sich vorher nicht körperlich betätigt hatte.

Was passiert, wenn wir diesen Gedanken weiter führen? Wenn sich Ursache und Wirkung tatsächlich so leicht vertauschen lassen?

Menschen auf der Suche nach romantischen Erlebnissen könnten diese Erkenntnisse nutzen, indem sie vor allem beim Sport, im Abenteuerurlaub, beim Bungee-Jumping oder in ähnlichen Situationen, in denen ein Adrenalin – Kick garantiert ist, den Wunschpartner ansprechen.

Ob die Beziehung dann hält, ist eine andere Frage. Doch dafür haben wir im NLP ja andere Wege, vor allem die Kommunikation, das Sich-Hineinversetzen in den anderen, gemeinsame Ziele und Werte, Reframing und die Fähigkeit, Wertschätzung für den anderen und Rapport auf Dauer aufrecht zu erhalten.

Wussten Sie eigentlich, was die meisten Menschen an einem anderen – und vor allem am Partner – am meisten schätzen?

Wenn dieser sich echt für sie interessiert und gut, aktiv zuhören kann.

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